3 Gedeckte Holzbrücken über die Töss - dazu 3 abgebrochene in Memoriam und eine Null
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Mit den ausgezeichneten Unterlagen der Website www.timber-bridges.ch zimmerte ich mir eine Tagestour zusammen. Im Nachhinein wäre ich besser mit einem Fahrrad unterwegs gewesen. Aber zu Fuss sieht man halt doch mehr…..
In Kollbrunn angekommen, besuche ich schnurstraks die Tössbrücke Kollbrunn/Zelg (abgebrochen), besser gesagt, was davon übrig geblieben ist: Die zwei Auflager sind noch gut zu sehen. Der Rest hat sich in Rauch aufgelöst. Ein Verbrechen aus heutiger Sicht und für den Kanton Zürich ganz normal. Haben doch nur drei überlebt und etwa 20 eben nicht. Zeitgeist. Der Töss wandere ich dem wunderschönen Weg auf der orographisch rechten Seite flussabwärts. Idyllische Flusslandschaft und Naturstrasse.
So erreiche ich im Sonnenschein die Tössbrücke Kyburg, nach dem ich oben links die Kyburg durch die Bäume sehen konnte. Trotz ihrem Alter von mehr als 160 Jahren ist sie gut beieinander. Hänge- und Sprengwerke mit massiven Balken. Knappe 18m Spannweite und immer noch mit max. 18t befahrbar. Hübsches Biberschwanz-Ziegeldach.
Und weiter geht’s immer noch auf der gleichen Seite (orographisch rechts) um den Gamser herum zur Brünibrügg (neuer Standort). Ihr ehemaliger Standort bei Pfungen werde ich weiter unten beschreiben. 1974 kam sie hierher. Natürlich nicht zu Fuss (Stell Dir einmal eine wandelnde Gedeckte Holzbrücke vor!). 42m lang, befahrbar bis 18t. Speziell sind die eigenartigen, klassizistisch verkleideten Sackbögen der Eingangsportale und die Holzwahl der Träger und Verstärkungen (irgendein Hartholz mit Asteinschlüssen, welche brüchig geworden sind), zu erwähnen. Schlicht verschalt mit Gucklöchern, an deren Innenseite Sprossenleitern ein Hinausgucken ermöglichen. Unheimlich wuchtige, aber dennoch nicht plumpe Konstruktion auch mit Hänge- und Sprengwerke. Unmöglich zu vergessen. Ein Markennamen würde man heute sagen.
Bis auf Höhe Dettnau bleibe ich immer noch auf der rechten Seite. Zuerst entdecke ich den Chinesensteg Winterthur, später quere ich die Töss und folge ihr weiter – Firma Rieter (Töss) links umgehend. Und da wäre sie: Klosterbrücke Töss Winterthur (abgebrochen). Heute kaum vorzustellen, dass Rieter auf dem Areal eines Klosters bauen könnte. Aber damals…ein Nebengebäude des Klosters steht noch. Daher kann die auf einem alten Stich wiedergegebene Gedeckte Holzbrücke zugeordnet werden (siehe Foto). Die Töss fliesst auf etwa 100m Länge durch einen Tunnel. Darüber dröhnt der Verkehr der A1 von Winterthur nach Zürich. Wie sich die Zeiten ändern. Gute 500m weiter der Töss entlang. Nach der Unterführung der Bahnlinie Winterthur-Embrach-Bülach, wechsle ich auf das linke Ufer hinüber und kehre in einem raucherfreundlichen Beizli ein. Ihr Name ist „Tössbrücke“. Eigenartiger Name – noch nie gehört.
Nach Kaffee und Toilette weiter auf dem linken Ufer – teils doch recht eng zwischen Bahn und Töss (T2) – gegen Wülflingen. Kurz zuvor wechsle ich die Seite und treffe unvorbereitet auf ein Juwel: Wespi-Mühle. Durch die Fensterscheiben kann ich fantastische Transmissions-Elemente erkennen, welche von Rieter 1891 erstellt worden sind. (Besichtigung bei Öffnungszeiten der Mühle). Mittagessen auf einem Bänklein mit Menü 1, als Dessert Früchtebrot aus eigener „Bäckerei“.
Wieder unterwegs. Nach kurzer Zeit erreiche ich der Eulachersteg bei Wülflingen (Baujahr 1992). Länge 48m! Im Querschnitt einmalige Trapezkonstruktion. Mit einer Leichtigkeit schwebt sie, sozusagen, elegant über die Töss. Sprengwerk ist so ein allgemeiner Begriff. Aber was die Ingenieure und Zimmermannen 1992 da hingestellt haben, ist eine absolute Schönheit!
Ja, jetzt fehlt mir nur noch der alte Standort der Brünnibrügg. Tschalpen ist angesagt. Bei der Hard wechsle ich auf die rechte Seite in die Tössallmend. Schönster Sonnenschein und das Plätschern der Töss über die Fluss-Schwellen…darauf Entchen mit weissen Bäuchen und schwarzen Flügeln. Romantisch und fürs geistige Bilderbuch. Und da sind sie endlich: Neben der neuen Betonbrücke, 5m flussaufwärts, die zwei Auflager der Brünibrügg, welche jetzt beinahe auf Höhe Kyburg „ihre (hoffentlich) letzte Stätte gefunden hat“.
Meine letzte Station der Brückentour entlang der Töss ist eine Null. Irrtum ist Menschlich. Mit diesem kleinen unnötigen Umweg erreiche ich mein Ziel – den Bahnhof von Pfungen/Neftenbach.
Wo führt mich wohl die nächste Brückentour hin? Kommst Du mit?
Würde mich freuen.
In Kollbrunn angekommen, besuche ich schnurstraks die Tössbrücke Kollbrunn/Zelg (abgebrochen), besser gesagt, was davon übrig geblieben ist: Die zwei Auflager sind noch gut zu sehen. Der Rest hat sich in Rauch aufgelöst. Ein Verbrechen aus heutiger Sicht und für den Kanton Zürich ganz normal. Haben doch nur drei überlebt und etwa 20 eben nicht. Zeitgeist. Der Töss wandere ich dem wunderschönen Weg auf der orographisch rechten Seite flussabwärts. Idyllische Flusslandschaft und Naturstrasse.
So erreiche ich im Sonnenschein die Tössbrücke Kyburg, nach dem ich oben links die Kyburg durch die Bäume sehen konnte. Trotz ihrem Alter von mehr als 160 Jahren ist sie gut beieinander. Hänge- und Sprengwerke mit massiven Balken. Knappe 18m Spannweite und immer noch mit max. 18t befahrbar. Hübsches Biberschwanz-Ziegeldach.
Und weiter geht’s immer noch auf der gleichen Seite (orographisch rechts) um den Gamser herum zur Brünibrügg (neuer Standort). Ihr ehemaliger Standort bei Pfungen werde ich weiter unten beschreiben. 1974 kam sie hierher. Natürlich nicht zu Fuss (Stell Dir einmal eine wandelnde Gedeckte Holzbrücke vor!). 42m lang, befahrbar bis 18t. Speziell sind die eigenartigen, klassizistisch verkleideten Sackbögen der Eingangsportale und die Holzwahl der Träger und Verstärkungen (irgendein Hartholz mit Asteinschlüssen, welche brüchig geworden sind), zu erwähnen. Schlicht verschalt mit Gucklöchern, an deren Innenseite Sprossenleitern ein Hinausgucken ermöglichen. Unheimlich wuchtige, aber dennoch nicht plumpe Konstruktion auch mit Hänge- und Sprengwerke. Unmöglich zu vergessen. Ein Markennamen würde man heute sagen.
Bis auf Höhe Dettnau bleibe ich immer noch auf der rechten Seite. Zuerst entdecke ich den Chinesensteg Winterthur, später quere ich die Töss und folge ihr weiter – Firma Rieter (Töss) links umgehend. Und da wäre sie: Klosterbrücke Töss Winterthur (abgebrochen). Heute kaum vorzustellen, dass Rieter auf dem Areal eines Klosters bauen könnte. Aber damals…ein Nebengebäude des Klosters steht noch. Daher kann die auf einem alten Stich wiedergegebene Gedeckte Holzbrücke zugeordnet werden (siehe Foto). Die Töss fliesst auf etwa 100m Länge durch einen Tunnel. Darüber dröhnt der Verkehr der A1 von Winterthur nach Zürich. Wie sich die Zeiten ändern. Gute 500m weiter der Töss entlang. Nach der Unterführung der Bahnlinie Winterthur-Embrach-Bülach, wechsle ich auf das linke Ufer hinüber und kehre in einem raucherfreundlichen Beizli ein. Ihr Name ist „Tössbrücke“. Eigenartiger Name – noch nie gehört.
Nach Kaffee und Toilette weiter auf dem linken Ufer – teils doch recht eng zwischen Bahn und Töss (T2) – gegen Wülflingen. Kurz zuvor wechsle ich die Seite und treffe unvorbereitet auf ein Juwel: Wespi-Mühle. Durch die Fensterscheiben kann ich fantastische Transmissions-Elemente erkennen, welche von Rieter 1891 erstellt worden sind. (Besichtigung bei Öffnungszeiten der Mühle). Mittagessen auf einem Bänklein mit Menü 1, als Dessert Früchtebrot aus eigener „Bäckerei“.
Wieder unterwegs. Nach kurzer Zeit erreiche ich der Eulachersteg bei Wülflingen (Baujahr 1992). Länge 48m! Im Querschnitt einmalige Trapezkonstruktion. Mit einer Leichtigkeit schwebt sie, sozusagen, elegant über die Töss. Sprengwerk ist so ein allgemeiner Begriff. Aber was die Ingenieure und Zimmermannen 1992 da hingestellt haben, ist eine absolute Schönheit!
Ja, jetzt fehlt mir nur noch der alte Standort der Brünnibrügg. Tschalpen ist angesagt. Bei der Hard wechsle ich auf die rechte Seite in die Tössallmend. Schönster Sonnenschein und das Plätschern der Töss über die Fluss-Schwellen…darauf Entchen mit weissen Bäuchen und schwarzen Flügeln. Romantisch und fürs geistige Bilderbuch. Und da sind sie endlich: Neben der neuen Betonbrücke, 5m flussaufwärts, die zwei Auflager der Brünibrügg, welche jetzt beinahe auf Höhe Kyburg „ihre (hoffentlich) letzte Stätte gefunden hat“.
Meine letzte Station der Brückentour entlang der Töss ist eine Null. Irrtum ist Menschlich. Mit diesem kleinen unnötigen Umweg erreiche ich mein Ziel – den Bahnhof von Pfungen/Neftenbach.
Wo führt mich wohl die nächste Brückentour hin? Kommst Du mit?
Würde mich freuen.
Tourengänger:
Seeger
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